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Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelle Kompetenz

Erfahrung und Kompetenz gewinnen

Was muss man wissen, wenn man in ein fremdes Land fährt, mit Fremden kommuniziert oder vielleicht sogar Andere lehren will, wie man sich interkulturell zurechtfindet? Welche Informationen braucht man und wann muss man sie wie einsetzen? 

Hans Jürgen Heringers Arbeitsbuch vermittelt interkulturelle Kompetenzen, indem es Erklärungen und Definitionen zum Thema mit einer Fülle praktischer Beispiele, Übungen und Aufgaben kombiniert.

In der Interkulturellen Kommunikation ist man im Nachen auf hoher See. Navigation gibt es da wenig. Gefahren aber genug. Da lauert als Scylla: Der naive Optimismus, dass mit gutem Willen auch die Interkulturelle Kommunikation funktioniert. Schließlich sind wir doch alle Menschen. Und auf der anderen Seite Charybdis, die insinuiert, dass man sich eben gut vorbereiten muss und möglichst viel über fremde Kulturen wissen sollte. Das ist sicherlich nicht schlecht, aber im Sturm versagt oft genug das Navigationssystem. Dann muss man spontan gut reagieren auf neue, unberechenbare Situationen. Sonst gerät man eben doch in die Fangarme der Scylla oder geht im tiefen Strudel der Charybdis unter.  (H. J. Heringer aus im Vorwort zum Buch Interkulturelle Kommunikation)                  

Einheit 1 – "Zahlen zeigen"

Beim "Zahlen zeigen" – wie bei den meisten Gesten – handelt es sich nicht um starre Bilder, sondern um Bewegungen.

Betrachten Sie die Filmchen zum Zählen in verschiedenen Kulturen
► Mit welcher Hand wird angefangen?
► Mit welchem Finger wird angefangen?
► Mit welchem Finger wird aufgehört?
► Welche Zahlen hätten Sie nicht erschließen können?

Einheit 2 – "Die Warmups"


In interkultureller Kommunikation läuft manches schief. Vielleicht sogar etwas mehr als in intrakultureller Kommunikation. So genau wissen wir das nicht.

Critical Incidents – interkulturell?
Critical Incidents oder CIs sind kleine Erlebnisse in interkulturellen Situationen, in denen zumindest einer der Partner ein Problem sieht, wo ihm etwas unangenehm aufgefallen ist, was er auf kulturelle Differenzen zurückführt. Ob er damit richtig liegt, bleibt die Frage. Natürlich werden CIs besonders bei Hotspots auftreten, aber nicht nur da.



Denken wir an andere Kulturen, dann denken wir auch an andere Sprachen. Um wirklich in eine Kultur hineinzukommen muss man die jeweilige Sprache können. Das kann ich in diesem Arbeitsbuch nicht voraussetzen. Besonders auch deshalb, weil es so viele Sprachen, so viele Kulturen gibt. Darum wird hier ein anderer Weg verfolgt: Sie lernen eine Methode kennen, wie man Hotwords erkennt und wie man sie sich erschließen könnte.

Was ist ein Hotword?


Hotwords kann man als Wörter sehen, die mit Hotspots innerhalb einer Kultur zu tun haben. Es sind Wörter, die durch wichtige kulturelle Tatsachen geprägt sind, wesentliche Elemente kondensieren. Sie enthalten jede Menge Kultur, sind kulturell aufgeladen und heiß,
► weil sie wichtige Fragen dieser Kultur behandeln,
► weil sie strittig sein mögen,
► weil sie kulturelle Brennpunkte benennen,
► weil sie im Vergleich mit anderen Kulturen Differenzen aufdecken.

Hotwords sind Wörter, deren Bedeutung in einem Wörterbuch nachzuschlagen wenig Sinn macht. Wörterbücher sind zu karg. Um diese Wörter zu verstehen, muss man in die Sprachkultur eintauchen. Nur so kann man zu einem wirklichen Verstehen gelangen, nur so erwirbt man sich die nötige kommunikative Kompetenz.

Einheit 3 – "Essen interkulturell"

Körpersprache ist immer ein Hotspot, weil sie gern als universal gesehen wird, in Wirklichkeit aber recht kulturspezifisch ist.

Einheit 4

Eine beliebte Betrachtungsweise von Kulturen bringt sie auf ein griffiges Format, das uns erlauben soll, sie besser zu verstehen und in interkultureller Kommunikation besser zu Rande zu kommen. Hierzu dient die Vereinfachung in sog. Kulturstandards, die AlexanderThomas für verschiedene Kulturen konstruiert hat.


Was sind Kulturstandards?


Kulturstandards werden in Befragungen und aus fremder Perspektive gewonnen. Aus Erfahrungen Fremder im jeweiligen Ausland sollen Standards induktiv entwickelt werden, die Werte, Normen, Regeln und Einstellungen in einer Kultur erfassen. Standard ist ein fischiges Wort. Ein Standard kann formuliert werden wie eine Norm, diees zu erreichen gilt, die jemand zu vertreten und zu begründen hätte. Üblich ist aber auch, Standards als existierende Normalfälle anzusehen, die nur statistisch zu begründen wären. Ein Standard in diesem Sinn ist in einer Kultur entstanden, er mag für die Beteiligten zur Routine geworden sein. Tatsächlich kommen in der Genese einer Kultur beide Aspekte zum Tragen. Oft sind sie so gemischt, dass man sie nicht mehr entmischen kann.

Ich bin ein älterer Professor an der Universität Bochum. Eine slowakische Studentin verabschiedet sich aus der Sprechstunde mit „Tschüs“, ich antworte „Auf Wiedersehen“.

Auch, wie das Tschüs intoniert wird, ist bedeutsam. Wie verstehen Sie das?

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