Der Klügere liest rot.

Matthias

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Christina ist 23 Jahre alt und studiert Buchwissenschaft und Germanistik  an der Universität Erlangen-Nürnberg. Bei utb absolviert Christina ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Christina stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind - und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Christina hast oder selbst vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Matthias

Matthias ist 25 Jahre alt und macht aktuell an der Frankfurt School of Fincance and Management seinen Master of Finance. Das Studiertier hat ihn über sein Studium an einer Privatuni und das Leben in der Bankenmetropole ausgequetscht.

1. Deinen Bacherlor hast du ebenfalls an der Privatuniversität in Frankfurt gemacht. Weshalb hast du dich für das Studium an der Business School entschieden und wie ist das Studentenleben in Frankfurt am Main?

Dazu muss ich gleich etwas weiter ausholen: Habe während meiner Schulzeit wenig Wert auf Noten und viel Wert auf Spaß gelegt. Das hat dazu geführt, dass ich in der zehnten Klasse sitzengeblieben bin, etliche Elternbriefe, Einträge und sogar einen Schulverweis bekommen habe. Am Ende haben weder Lehrer, noch Mitschüler oder Freunde daran geglaubt, dass aus mir noch was werden könnte. Irgendwann – auch wenn man keine Probleme mit seinem Selbstvertrauen hat – fängt man selbst an zu zweifeln. Das war der Grund weshalb ich mein Studium an der bestmöglichen Uni, mit den bestmöglichen Kommilitonen machen wollte: Um mir zu beweisen, dass ich in der Lage bin mit den Besten mitzuhalten. Da an der Frankfurt School durch einen Assessment Center (Auswahltag) aussortiert wird und nicht nur nach dem Schnitt, war das meine Chance mir diesen Wunsch zu erfüllen.
Weitere Vorteile einer privaten Universität sind kleine Klassen und dadurch eine persönlichere Betreuung und ein gutes Netzwerk. Aber das hat für meine Entscheidung nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Den Master habe ich an der FS gemacht weil es der beste Master of Finance in Deutschland ist. Zudem muss man mit einem Bachelor besser als 2,3 keinen GMAT oder Assessment Center machen, sondern kann direkt weiter studieren.

Beim Thema Studentenleben sind wir schon beim größten Nachteil einer Business School – es ist nämlich nicht existent. Ich habe – wie die meisten meiner Kommilitonen – den Großteil meines Studiums nebenher gearbeitet und bin an den meisten Wochenenden nach Hause gefahren, um Fußball zu spielen und Zeit mit meiner Freundin und Freunden zu verbringen. Natürlich bin ich auch hin und wieder mit Freunden aus der Uni in eine Bar oder feiern gegangen aber man kann definitiv nicht sagen, dass das die Regel war. Es gibt in Frankfurt auf jeden Fall genug Bars und Clubs um reichlich Spaß zu haben, allerdings sind viele Locations teuer und nur mit guter Kleidung betretbar – anders als ich es in Würzburg vor meinem Studium kennen und schätzen gelernt habe.

 

2. Was sind die Unterschiede zu staatlichen Unis und wie finanzierst du dein Studium? Stimmt es, dass man an privaten Universitäten nur von der jungen, reichen Elite umgeben ist und man die Noten quasi geschenkt bekommt? Du hast immerhin einen Notenschnitt von 1,2! ;-)

Unterschiede sind wie erwähnt die kleineren Klassen – in meinem Bachelor Kurs waren wir 16 Leute, jetzt im Master sind wir ca. 30 – und eine enge Kooperation mit vielen Partnerunternehmen. Diese Kooperationen machen sich durch zahlreiche Events, Vorträge und Career Fairs bemerkbar welche dazu führen, dass man schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Studium Kontakt zur Praxis bekommt und die meisten auch anfangen als Werkstudent oder zumindest in den Semesterferien als Praktikant zu arbeiten.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die meisten Kommilitonen relativ versnobt sind und jeglichen Bezug zu Geld verloren haben – Monatsbudgets von 1500-2000€ (ohne Studiengebühren von weiteren 1000€) sind eher die Regel als die Ausnahme. Es gibt allerdings auch Studenten, die ihr Studium selbst über Kredit finanzieren. Die sind allerdings die Ausnahme. Bei mir zahlen die Eltern zwar auch die Studiengebühren aber ich wohne bei meinen Großeltern und finanziere mein Leben großteilig selbst durch Werkstudentenjobs und Praktika.

Zu den Noten: man muss definitiv hart arbeiten und bekommt nichts geschenkt. Man hat in fast jedem Fach eine Case Study, eine Präsentation und eine Klausur. Alles zählt in die Note, d.h. man muss im Gegensatz zu den meisten öffentlichen Unis 2-3 mal lernen und sich vorbereiten statt nur einmal am Semesterende. Da ich nie an einer öffentlichen Uni studiert habe fehlt mir der Vergleich, aber von dem was ich von Freunden gehört habe würde ich sagen, dass an der Privatuni bessere Noten vergeben werden. Im Bachelor hatte mein Kurs einen Schnitt von ca. 1,9.

 

3. Das hört sich nach ziemlich viel Stress an. Neben dem Studium arbeitest du außerdem bei Opel und hast Praktika in verschiedenen Bereichen absolviert. Bleibt da noch Zeit für Freunde und Hobbys? Und würdest du dich wieder für dieses Studium entscheiden?

Stress macht man sich immer selbst und es kann daher sein, dass es andere anders empfunden haben aber ich war während dem Bachelor definitiv im Dauerstress: Englisch lernen, Studium, Praktika, Auslandssemester organisieren und die neue Umgebung hat mir einiges abverlangt. Trotz der ganzen Arbeit habe ich immer versucht mir so oft wie möglich Zeit für meine Freunde, Freundin und Sport zu nehmen. Insgesamt kamen Hobbys und Freunde allerdings deutlich zu kurz, eine Freundin hat sogar deshalb Schluss gemacht und einige Freundschaften sind deutlich weniger eng als sie es vor dem Studium waren. Ich würde das Studium niemanden empfehlen, der Spaß am Leben hat, aber für mich war es in meiner damaligen Situation denke ich der richtige Schritt.

 

4. Wie sehen deine Zukunfstpläne aus? Es war immer dein Traum als Broker an der Börse das große Geld zu machen. Wirst du der Wolf of Wall Street an der Frankfurter Börse?

Nein, das hat sich geändert, habe nicht mehr vor so viel zu arbeiten. Würde jetzt gerne in der Industrie arbeiten – bewerbe mich im Moment für Trainee Programme.

 

5. Hast du schon einen Master im Auge? Welche Vertiefung möchtest du gerne machen und hast du dir schon eine Stadt für dein Master Studium auserkoren?

Da bin ich ganz offen. Ich weiß noch nicht, ob ich einen Master in Allgemeiner BWL oder in einer speziellen Richtung machen möchte. Marketing und Personal würden mich interessieren. Vom Studienort her würde ich nach Bamberg gerne in eine Großstadt aber eigentlich bin ich für ganz Deutschland offen.

 

6. Während des Bachlor Studiums hast du auch ein Auslandssemester an der Columbia University in New York gemacht. War der Auslandsaufenthalt im Studium integriert und wie lebt es sich in der Stadt, die niemals schläft?

Ja, das Auslandssemester ist fester Bestandteil des Studiums aber die Columbia war keine Partneruni, d.h. ich musste mich selbst – ohne Hilfe der Uni – bewerben. Gab allerdings eine Agentur (IEC), die mir geholfen hat damit war dann alles recht easy – wenn auch unmenschlich viel Papierkram.
New York war als Stadt nicht meine erste Wahl – eigentlich wollte ich nach Boston, aber dort wurde ich leider abgelehnt. New York kann ich für einen Städtetrip oder auch 1-2 Wochen Urlaub sehr empfehlen. Es gibt tausend Sehenswürdigkeiten und Dinge, die man machen kann. Ich persönlich werde die Silvesternacht nie vergessen oder das Fußballtraining mit Skyline-Blick auf dem Dach eines Hochhauses. Essen gehen kann man in New York auch überragend. Es gibt unendlich viele Restaurants mit Essen aus jedem Land der Welt. Jetzt kommt allerdings noch ein sehr großes „ABER“: zum Arbeiten fand ich es sehr unschön, gerade weil die Stadt niemals schläft. Während meines Praktikums habe ich ca. 80 Std. gearbeitet und wollte deshalb einen kurzen Weg zu meiner Wohnung und etwas Ruhe. Beides Dinge, die in New York nahezu unmöglich sind.
Das Praktikum war übrigens ein Pflichtpraktikum, da wir mindestens 240 Stunden Arbeitserfahrung im Ausland vorweisen müssen um den Abschluss zu bekommen.

 

 

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