Der Klügere liest rot.

Michael

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Daniela ist 23 Jahre alt und studiert Medienwissenschaft und BWL an der Universität Tübingen. Bei utb absolviert Daniela ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Daniela stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben. 

Wenn du Fragen an Daniela hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Michael

Michael ist 25 Jahre alt und hat nach seinem Studium der Sportpublizistik ein Crossmedia-Volontariat beim Medienhaus Schwäbisch Media begonnen. Studiertier hat ihn sich geschnappt und fragt…

1. Du hast dich nach deinem Studium der Sportpublizistik für ein Crossmedia-Volontariat entschieden. Warum denn das? Und was bedeutet Crossmedia?

Ich arbeite eigentlich wie ein normaler Redakteur auch. Allerdings immer unter dem Aspekt der Ausbildung. Ich darf also quasi auch mal ein paar Fehler machen und bekomme dann gesagt, wie es richtig läuft. Im Optimalfall passiert dies natürlich schon vor einem Fehler. Und ein Volontariat ist gerade aufgrund des Ausbildungsstatus sehr wichtig. Heutzutage, wo der Vorwurf der „Lügenpresse“ in der Gesellschaft immer gerne verwendet wird und Soziale Medien eine große Macht haben, wird eine richtige journalistische Arbeitsweise immer wichtiger.

Crossmedia bedeutet in meinem Fall eine Mischung aus allen gängigen Medienformen: Print, TV und Radio. Und das natürlich auch alles für online. Ich habe das gewählt, weil mir viele „Fachleute“ in meinen Praktika während des Studiums immer dazu geraten haben, mich als Allrounder ausbilden zu lassen. Dies sei die Zukunft. Mir ist aber auch klar, dass ich nicht alles perfekt erlernen kann.

2. Stimmt das Vorurteil „die doppelte Arbeitszeit, aber das halbe Gehalt“? Welches Medium gefällt dir am besten? Und wie sieht der Arbeitsalltag eines Volontärs aus?

Natürlich ist das Gehalt eines Volontärs manchmal nur halb so groß wie das eines Redakteurs, der manchmal auch nicht mehr arbeitet als wir. Aber wir sind eben noch in der Ausbildung und werden auf Schulungen geschickt, die auch noch Geld kosten. Und als ehemaliger Student kann ich mich nicht beschweren. Als Quereinsteiger kann dies allerdings schon eine Umstellung sein, wenn man davor mehr verdient hat. Am meisten gefällt mir eine Mischung aus Video und Print.

Der Arbeitsalltag eines Volontärs sieht nicht arg anders aus als der eines Redakteurs. Beide kommen um 9 Uhr, verschaffen sich einen ersten Themenüberblick, der dann um 9.30 Uhr in der Redaktionskonferenz besprochen wird. Anschließend werden die Themen umgesetzt, je nach Medium verarbeitet (Print, TV, Hörfunk) und dann geht’s eher spät am Abend nach Hause. Besonderheiten im Volontariat bei Schwäbisch Media sind ein Volo-Tag, der immer einmal im Monat stattfindet, bei dem wir wichtige Institutionen in der Region besuchen. Und in den drei Jahren Ausbildung besuchen wir jeweils dreimal zwei Wochen lang die Journalisten-Schule in Bonn.

3. Was war denn das spannendste, über das du bisher berichtet hast?

Als Praktikant beim Sport-Informations-Dienst (SID) stand ich mit der Kamera vor der Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt, nachdem Felix Neureuther und seine Freundin Miriam Gössner auf dem Weg zum Münchner Flughafen einen Unfall gebaut hatten. Felix Neureuther wollte nach Sotschi zu den Olympischen Spielen fliegen und war sogar eine Goldhoffnung. Ich wartete circa fünf Stunden mit 20 weiteren Journalisten vor der Praxis, bis Felix Neureuther dann irgendwann kam.

4. Würdest du anderen auch zum Crossmedia-Volontariat raten?

Das hängt davon ab, auf was man Lust hat. Radio wird zwar vermutlich nichts für mich sein. Aber da ich darin noch kein Praktikum während des Studiums gemacht hatte, war diese Erfahrung hilfreich. Durch die Mischung bekommt man einen guten Einblick in eben alle üblichen Medienformen. Zur Ausbildung ist das mit Sicherheit nicht schlecht.

5. Und wo willst du nach deinem Volontariat hin?

Das steht noch in den Sternen. Mein Ausbildungsvertrag endet erst in zwei Jahren und ich habe noch nicht alles vom Unternehmen gesehen. Aber schön wäre es, einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.