Der Klügere liest rot.

Nina

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Alina ist 34 Jahre alt und studiert Philosophie im Zweitstudium. Bei utb absolviert sie ein dreimonatiges Praktikum im Marketing. Sie findet die Studiertier fragt-Idee ihrer Vorgängerinnen einfach spitze und pflegt sie gerne weiter.

„Studiertier fragt” ist eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die das Studiertier stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Studiertier Alina hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Nina

Nina Kraus ist 24 Jahre alt und studiert Produktdesign im 5. Fachsemester an der Kunstakademie Stuttgart. Studiertier hat ihr ein paar Fragen zu ihrem Studium gestellt:

1. Was hat dich dazu gebracht, Produktdesign zu studieren?

Seit dem Kunstunterricht an der Schule war mir eigentlich klar, dass ich Design studieren möchte. Nach einigen Recherchen habe ich mich für das Produktdesign-Studium an der Stuttgarter Kunstakademie entschlossen. Der entscheidende Punkt dafür war definitiv die Möglichkeit, bereits ab dem 1. Semester etwas Neues selbst schaffen zu können. Die ganze Zeit in den Vorlesungen zu verbringen, ohne aktiv etwas mitgestalten zu dürfen, wäre für mich inakzeptabel. Im Vergleich zu den anderen Studiengängen haben wir ganz viel praktische Arbeit, angefangen von Entwurfsskizzen bis zur handwerklichen Werkstattarbeit. Außerdem bietet der Studiengang Produktdesign eine breite Palette von Produktarten, mit welchen Studenten sich beschäftigen dürfen. Man muss sich also nicht direkt am Anfang des Studiums auf eine bestimmte Richtung festlegen. Letztendlich sind alle Produkte, die wir uns vorstellen können, von einem Designer entworfen.

2. Wie ist das in deinem Design-Studium? Kannst du noch deine künstlerische Freiheit ausleben? Was würdest du denjenigen raten, die in der Auswahl zwischen den Studiengängen Freie Kunst und Design noch unschlüssig sind?

Man darf sich in jeder Produktrichtung austoben und bei verschiedenen Projekten mitmachen, vom Nassrasierer bis zur landwirtschaftlichen Maschine. Mein persönlicher Favorit ist zurzeit kein bestimmtes Projekt, sondern die Vielfältigkeit, die wir hier ausleben dürfen. Wir genießen auch volle Freiheit innerhalb eines Themas im Projekt. Die Aufgabe wird gestellt, die Lösung muss natürlich sinnvoll sein. Bei der Umsetzung und Gestaltung bist du aber absolut frei. Selbst bei Entwürfen, die auf den ersten Blick verrückt zu sein scheinen, können deine Überzeugungskünste helfen. Kannst du gut begründen, warum deine Designer-Lösung so und nicht anders sein muss, darfst du deine Idee verwirklichen. Natürlich muss man sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass Design weniger mit Selbstverwirklichung, sondern eher mit Auftragsarbeit zu tun hat. Ansonsten ist Design eine ganz normale, dazu noch kreative und spannende Art, den eigenen Unterhalt anständig zu verdienen. Für ehrgeizige Menschen eröffnen sich im Bereich Design wie in anderen Berufen Karrieremöglichkeiten.

3. Wie sieht dein Uni-Alltag im Studiengang Produktdesign aus? Welche Fertigkeiten, außer jener, gut zeichnen zu können, sollte man haben?

Das Studium fängt eigentlich damit an, dass man zuerst eine Bewerbungsmappe bei der Kunstakademie einreicht. Bei einer erfolgreichen Bewerbungsmappe bekommt man eine Einladung zur Eignungsprüfung, in der beispielsweise eine der Aufgaben sein kann, eine Anleitung zu zeichnen, die man ohne Worte versteht. Und erst, wenn die Prüfung bestanden ist, wird man immatrikuliert. Wir haben ganz wenige Vorlesungen, die sich mit theoretischen Sachen beschäftigen - wie Materialkunde oder Designgeschichte - und hauptsächlich in den ersten Semestern angeboten werden. Die Vorlesungen werden ganz klassisch mit einer Klausur abgerundet. Hauptsächlich haben wir verschiedene Projekte, die jedes Semester neu ausgesucht werden dürfen. Bei der Projektarbeit wird eine regelmäßige Teilnahme an Besprechungen mit den Projektleitern (unseren Professoren) erwartet. Natürlich gehört auch ganz viel selbständige Arbeit dazu, die glücklicherweise an die individuellen Arbeitsrhythmen angepasst werden kann. So haben unsere Werkstätten ganz flexible Öffnungszeiten, so dass jeder Student sich die Tageszeit aussuchen kann, in der er am produktivsten arbeiten kann. In den Arbeitsräumen darf man im Austausch mit den anderen Studenten alles erledigen, was zu einer digitalen Gestaltung gehört. Am Ende des Semesters wird die Projektarbeit durch eine Präsentation gekrönt. Grundsätzlich ist das Studium nicht an der Abschlussnote ausgerichtet (obwohl unsere Projekte natürlich auch benotet werden), sondern an den fertigen Projekten, damit im Idealfall am Ende des Studiums ein aussagekräftiges Portfolio entsteht, das später dem potenziellen Arbeitgeber präsentiert werden kann.

4. Hältst du ein Auslandsemester für vorteilhaft?

Es ist auf jedem Fall bereichernd, die anderen Design-Schulen kennen zu lernen. Und viele nutzen tatsächlich diese Gelegenheit, sei es an einer Partnerhochschule im Erasmus-Programm oder auf einer Auslandsreise "auf eigene Gefahr" während eines Urlaubssemester. Das ist wahrscheinlich die einzige Gemeinsamkeit mit den anderen Studiengängen.

5. Wie sehen deine Zukunftspläne nach dem Studium aus?

Aktuell habe ich vor, noch mehr praktische Erfahrungen zu sammeln und gehe nächstes Semester in ein Praktikum. Nach diesem hoffe ich, mich für eine bestimmte Richtung festlegen zu können.

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