Der Klügere liest rot.

Nina

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

„Studiertier fragt” ist eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die das Studiertier stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Nina

Nina ist 26 Jahre alt, studierte in Mainz Buchwissenschaft und Archäologie und absolviert nun eine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print im Ulmer Verlag, der einer der Gesellschafterverlage bei utb ist. Nina absolviert bei utb ein einwöchiges Praktikum.

1. Buchwissenschaft ist kein sehr bekannter Studiengang. Wie kamst du zu deiner Studienwahl und was bedeutet eigentlich „Buchwissenschaft“?
Ich lese unglaublich viel und gern; alles was mit Büchern zu tun hat, fasziniert und begeistert mich. Nach einem gescheiterten Ausbildungsbeginn direkt nach meinem Realschulabschluss wurde mit bewusst, dass ich einen großen Teil meiner Lebenszeit arbeitend verbringen werde. Da lag die Entscheidung nahe, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen: Ich wollte unbedingt Buchwissenschaft studieren. Also zog ich los, um mein Abitur zu machen, damit ich in Mainz studieren konnte. Im Grunde kann man sagen, dass der Studiengang Buchwissenschaft die Themen Produktion, Distribution und Rezeption eines Buches behandelt. Es werden dazu viele faszinierende Kurse angeboten: Von Verlagstypen, Die Materialität des Buches und Buchhandels- und Verlagsgeschichte über Medienrecht zu Institutionen der Buchvermittlung, Der Buchmarkt und Verlagswirtschaft werden viele Bereiche der Buchbranche behandelt. Vor allem Grundlagen des typografischen Gestaltens machte mir sehr viel Spaß, was unter anderem an unserem sehr unterhaltsamen Professor lag. Die Wirkung auf den Leser durch das Zusammenspiel von Typografie und Gestaltung faszinierte mich so sehr, dass ich auch noch einen Kurs in InDesign belegte, um das Thema zu vertiefen. Als Beifach wäre wohl Germanistik oder Komparatistik passend.

2. Wieso hast du dich gerade für den außergewöhnlichen Studiengang „Archäologie“ entschieden?

Ich bin einerseits durch Zufall, andererseits durch Interesse auf den Studiengang Archäologie gestoßen. Ursprünglich wollte ich als Beifach Germanistik wählen; da die Nachfrage danach in Mainz sehr hoch ist, kam ich leider nicht rein (worüber ich heute ein kleines bisschen froh bin ;-)). Ich musste mich nun für ein anderes Fach entscheiden; Sprachen fielen für mich raus, Mathematik, Meteorologie und Informatik waren auch nicht so mein Ding. Archäologie allerdings interessierte mich bereits, als ich in verschiedenen Büchern darüber las. Ich entschied mich dafür, mit dem Hintergedanken, das Beifach noch wechseln zu können, wenn nötig. Dies erübrigte sich jedoch, als ich die ersten Veranstaltungen besuchte. Ich war so begeistert und fasziniert von der Materie, dass ich bei diesem Studiengang blieb und so z.B. Erfahrungen bei einer fünfwöchigen Exkursion auf der Ausgrabungsstätte in Assos/Türkei sammeln durfte.

3. Nach dem Studium noch eine Ausbildung zu machen ist eher ungewöhnlich. Was hat dich dazu bewogen, genau dies zu tun?

Auch wenn meine Zeit an der Uni unersetzlich und total aufregend war, muss ich doch zugeben, dass der Fokus sehr auf Theorie und „Papier“ lag. Meine einzige Praxiserfahrung bestand in einem zweimonatigen Praktikum in einem sehr, sehr kleinen Verlag, der nur in zwei „Abteilungen“ aufgeteilt war. Mehrere Praktika zu absolvieren war kaum möglich, die Nachfrage in Mainz war und ist immer noch viel zu groß. Da ich sowieso ein „Papierfreak“ bin, war das für mich zu der Zeit kein Problem. Als ich mir jedoch die Frage stellte, in welcher Position ich nach meinem Studium in einem Verlag arbeiten möchte, sah ich nur riesengroße Fragezeichen. Mir wurde bewusst, dass ich keine Ahnung über die Struktur eines Verlages hatte, in welche Abteilungen ein Verlag aufgeteilt ist und wie die verschiedenen Abteilungen zusammenwirken. Ich recherchierte über verschiedene Volontariate, konnte mich allerdings nie wirklich für eine bestimmte Abteilung entscheiden, da ich nicht wirklich wusste, was diese ausmachte. Ich stieß auf die Ausbildung Medienkauffrau Digital und Print und war – mal wieder – total begeistert! Diese Ausbildung würde meine Probleme auf einen Schlag lösen: Ich hätte die Möglichkeit, alle Abteilungen eines Verlages kennenzulernen und könnte mich danach für eine Abteilung entscheiden. Außerdem schadet es mit einem geisteswissenschaftlichen Studium nicht, noch eine abgeschlossene Ausbildung in der Hinterhand zu haben :-). Also zog ich wieder los – und bewarb mich für die Ausbildung!

4. Nun hast du bereits ein Studium und bist in zwei Jahren mit deiner Ausbildung fertig. Wie sehen deine Pläne nach der Ausbildung aus?


Ich hoffe sehr, dass ich beim Ulmer Verlag bleiben darf, denn die Arbeit dort macht mir unglaublich viel Freude. Ich lerne viel Neues, das ich mit bereits Bekanntem aus meinem Studium verbinden kann. Und da ich – wie schon erwähnt – einerseits einen Beruf erlernen möchte, der mir persönlich Spaß macht, aber anderseits auch in einem Verlag arbeiten möchte, in dem ich mich wohl fühle, ist ein Arbeitsplatz beim Ulmer Verlag genau das Richtige für mich. Ich konnte meine Leidenschaft und mein Hobby (und meinen kleinen Wahnsinn) zum Beruf machen und das in einem Verlag, in dem ich mich pudelwohl fühle. In welcher Abteilung ich (in welchem Verlag sei dahingestellt) letztendlich landen werde, weiß ich noch nicht. Ich weiß jedoch, dass mir die Entscheidung sehr schwer fallen wird, da mir bisher alle Abteilungen, die ich schon durchlaufen habe, super gut gefallen haben.

Ninas Buchtipp

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