Der Klügere liest rot.

Patrick

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Julia ist 25 Jahre alt und studiert Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart. Bei utb absolviert Julia ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Julia stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Julia hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Patrick

Patrick ist 24 Jahre alt und macht gerade seinen Master in Rostock in „Pflanzenproduktion und Umwelt“. Seinen Bachelor in „Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie“ hat er in Hohenheim absolviert. Studiertier hat ihn sich geschnappt und über sein Studium am Meer ausgequetscht…

1. Wie kamst du zu deiner Studienwahl und was beinhaltet der Studiengang „Pflanzenproduktion und Umwelt“? Was fasziniert dich an dem Studiengang besonders?

Nach dem Bachelor war die Frage, in welche Richtung ich mich spezialisieren wollte. Für mich ist die Landwirtschaft ein wichtiger Sektor, und da diese von der Umwelt beeinflusst wird, aber auch die Umwelt beeinflusst, entschied ich mich für ein weiteres Studium, das neben der Landwirtschaft auch die Umwelt berücksichtigt. Daher fiel  meine Wahl auf „Pflanzenproduktion und Umwelt“.

Ein Teil in diesem Studiengang ist es, wichtige Grundlagen neu zu betrachten. Es werden verstärkt umweltrelevante Aspekte miteinbezogen. Aber auch wissenschaftliche Methoden spielen eine Rolle. Dabei geht es um eine nachhaltige Landwirtschaft, die ressourcen- und umweltschonend praktiziert wird. Das Faszinierende an dem Studiengang ist der Übergang zwischen Wissenschaft und praktischer Landwirtschaft.

2. Wie sieht dein Studienalltag aus? Kann man es sich so vorstellen, dass ihr viel in der Natur seid oder arbeitet ihr eher im Labor oder am Computer?

Jetzt, da es draußen wärmer wird, gehen wir auch mal aus dem Hörsaal raus, um entweder den gelernten Vorlesungsstoff in der Praxis anzuschauen, oder aber auch um den Vorlesungsstoff praktisch zu erlernen. Zudem gibt es auch Seminare, bei denen Themen auf dem Feld, bzw. im Labor bearbeitet werden müssen. Da kommt es schon mal vor, dass man mittags auf den Acker muss, um Unkräuter zu bestimmen und zählen.

Aber da wir auf wissenschaflticher Basis ausgebildet werden, gehört auch die Statistik zum Inhaltsstoff. Dieser wird unter anderem mit Statistikprogrammen am Computer vermittelt. Somit ist der Studienalltag vielschichtig gestaltet, sei es eine gewöhnliche Vorlesung, das Arbeiten am Computer oder die praktische Anschauung auf dem Feld.

3. Wenn du Umwelt studierst, hast du dann eine besondere Beziehung zur Natur? Bist du gerne draußen und was unternimmst du dann? Würdest du sagen, dass du durch dein Studium umweltbewusster geworden bist?

Also ich bin gerne in der Natur, ob im Wald laufen, an Wiesen oder Feldern entlang oder auch am Meer. Aber ich denke nicht, dass das alleine vom Studium kommt, da spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Ich hab schon Praktika in landwirtschaftlichen Betrieben absolviert und arbeite neben meinem Studium auf Wochenmärkten. Dadurch bekommt man auch einen besonderen Bezug zu Nahrungsmitteln. Man weiß, wann welches Gemüse Saison hat, versucht regional einzukaufen und achtet auf Qualität und nicht auf Quantität.

Aber auch im Studium habe ich einiges gelernt, das sich im Alltag reflektiert. Gerade wenn es um Lebensmittel geht, bekommt man einen Einblick in die Produktion. Interessant ist vor allem, dass eine artgerechte Tierhaltung mit einem niedrigen Produktpreis (Fleisch) nicht möglich ist. Dadurch setzt man sich auch mit solchen Themen kritisch auseinander.

4. Von Stuttgart nach Rostock – einmal quer durch Deutschland: wieso hast du dich für einen Master am anderen Ende von Deutschland entschieden? Ist das Studium im Norden anders als im Süden? Inwiefern ist es anders und sind auch die Menschen anders?

Es gab verschiedenen Gründe, warum ich nach Rostock gezogen bin. Zum einem wollte ich mal in einer anderen Stadt wohnen, und da ich auch gerne am Meer bin, liegt Rostock sehr nahe. Zudem hat es mich schon immer in den Norden gezogen. Aber das sind ja nur Lebenseinstellungen. Was mehr zählt, ist ja das Studium.

Da ich umweltrelevante Aspekte mit im Studiengang wollte, ist die Zahl an möglichen Studiengängen, und wo Sie angeboten werden, sehr begrenzt. Eine Spezialisierung in den Agrarwissenschaften im Bereich Pflanzen, Tier oder Technik ist an vielen Universitäten mit agrarwissenschaftlicher Fakultät möglich. Aber im Bereich Umwelt gab es nur die Möglichkeit in Rostock. So bin ich letztendlich im Norden gelandet und auch gut angekommen, da es eigentlich kaum Unterschiede gibt. Das Studium besteht weiterhin aus Vorlesungen, Seminaren und Übungen. Das wird überall gleich sein.

Was die Leute hier betrifft, so finde ich, sind sie teilweise doch etwas lockerer. Vor allem bei der Arbeit auf dem Wochenmarkt merke ich das. Oftmals wird die umständliche höfliche Form nicht angewendet, sondern man duzt sich einfach. Auch Verständnisprobleme gibt es nicht, da die Leute hier nahezu dialektfrei sind und deutlicher zu verstehen als die Schwaben oder die Bayern.

5. Wie wird dein Job danach aussehen? Was würdest du gerne machen?

Das ist eine gute Frage, das würde mich auch interessieren. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht genau, wie mein Job danach aussieht. Mein Plan ist es, jetzt erstmal den Master zu machen, was danach kommt, werde ich dann sehen. Vielleicht werde ich noch etwas länger in Rostock bleiben, wenn ich hier Arbeit finde. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, an der Universität zu arbeiten. Aber auch später in einem landwirtschaftlichen Betrieb zu schaffen, könnte ich mir vorstellen. Von daher bleibe ich für meine Zukunft noch offen.

Patricks Buchtipp

Agrarökologie

Dieses Buch handelt zum einen von der Geschichte der Landwirtschaft, wie sich die Anbauformen über die Zeit verändert hat, aber auch umweltrelevante Aspekte werden behandelt. Es werden sowohl Umweltkomponenten betrachtet, die Einfluss auf die Landwirtschaft haben, aber auch welche Prozesse bzw. Maßnahmen in der Landwirtschaft sich auf die Umwelt auswirken.

Eine gute Lektüre für alle, die neben der Landwirtschaft auch ökologische Aspekte betrachten wollen.

Du suchst nach passender Literatur für DEIN Studium? Dann besuche uns auf http://www.utb-shop.de