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Die roten Bücher

Die roten Bücher

Wie alles anfing: Die Idee der "roten Bücher"

In den späten 60er Jahren erlebt das Taschenbuch seinen ersten Boom im belletristischen Bereich. Bedingt auch durch die Studentenbewegung der 68er, wird die Forderung nach preiswerten wissenschaftlichen Taschenbüchern immer lauter. Der Verleger Roland Ulmer sieht sich mit dem Problem konfrontiert, wie mittelständische wissenschaftliche Verlage dieser Forderung gerecht werden können. Der erste Ansprechpartner, mit dem Roland Ulmer seine Gedanken austauscht, ist Dr. Wulf D. von Lucius, damals Geschäftsführer des Gustav Fischer Verlags.

Sehr schnell wird den beiden Verlegern klar, dass einzelne mittelständische wissenschaftliche Verlage nicht die Kapazitäten haben eigene Taschenbuchreihen zu verwirklichen. Als mögliche Lösung wird die Gründung einer Verlagskooperation ins Auge gefasst. Ulmer und von Lucius nehmen ersten Kontakte mit den Verlagen J.C.B. Mohr und Vandenhoeck & Ruprecht auf, wo sie auf sofortige Zustimmung stoßen. Die Idee der "roten Bücher" wird geboren...

Mit elf Fachverlagen als Gesellschaftern gründen die Initiatoren im Dezember 1970 die GmbH UTB FÜR WISSENSCHAFT. Die elf Gründungsverlage sind: Birkhäuser Verlag Basel, Gustav Fischer Verlag Stuttgart, Francke Verlag Bern und München, Dr. Alfred Hüthig Verlag Heidelberg, J.C.B Mohr (Paul Siebeck) Tübingen, Quelle & Meyer Heidelberg, F.K. Schattauer Verlag Stuttgart, Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn, Eugen Ulmer Verlag Stuttgart, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, Westdeutscher Verlag Opladen. Geschäftsführer der UTB wird Volkmar Kalki, unterstützt von zwei Verlegern als geschäftsführende Gesellschafter. Diese Art "Aufsichtsrat" wird erstmals gebildet von Dr. Wulf D. von Lucius und Roland Ulmer.

Die Vorarbeiten für das UTB-Programm beginnen im Dezember 1970. Im April 1971 erscheinen die ersten 14 Uni-Taschenbücher. UTB 1 – aus dem Birkhäuser Verlag – ist der Titel Kaufmann, Grundlagen der organischen Chemie. 1971 treten die Verlage W. Fink, München, Paul Haupt Bern, Ernst Reinhardt Verlag München und der Verlag Dokumentation K. G. Saur München der UTB bei. Ende des Jahres sind bereits 63 Titel lieferbar, darunter viele Titel, die auch im Jahr 2010 noch lieferbar sind, wie UTB 13: Loeffler, Anatomie und Physiologie der Haustiere oder UTB 52: Conzelmann, Arbeitsbuch zum Neuen Testament.

Brockhaus Commission übernimmt die Auslieferung in Deutschland, in Österreich die Zentralgesellschaft Mohr Wien (Mohr Morawa) und in der Schweiz die Pharos Verlag Schwabe AG Basel. Für die Präsenz im Buchhandel setzt UTB ab 1972 Buchhandelsvertreter ein. Die Anzahl der lieferbaren Titel steigt auf 138.

» Fortsetzung 1970–2000

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