Der Klügere liest rot.

Charlotte

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Lisa ist 23 Jahre alt und hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Uni Tübingen studiert. Nach einem 6-monatigen Volontariat bei utb im Bereich Marketing beginnt Lisa ein Masterstudium in Deutsche Literatur.

„Studiertier fragt“ ist eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Lisa stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Lisa hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Charlotte

Charlotte ist 22 Jahre alt und studiert „International Business Administration“ im schönen Tübingen. Mit dem Studiertier hat sie über ihr Studium und das Studentenleben geplaudert:

1. Du studierst „International Business Administration“. Was ist das Besondere daran? Wie unterscheidet sich dein Fach von anderen BWL-Studiengängen?

Die Besonderheiten am Studiengang „International Business Administration“ in Tübingen sind erstens ein Auslandsaufenthalt in Form von Studium oder Praktikum und zweitens Prüfungen in zwei Wirtschaftsfachsprachen (dazu zählen hier Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch), welche das Referenzniveau C1 bestätigen sollen. Alternativ kann man den Studiengang mit Fokussierung auf Asien studieren, was bedeutet, dass man seinen Auslandsaufenthalt in einem asiatischen Land absolviert und als Wirtschaftsfachsprache Chinesisch oder Japanisch lernt. Zudem werden manche unserer Veranstaltungen im Grundstudium nur auf Englisch unterrichtet. Wir haben auch im Vergleich zu anderen BWL-Studiengängen einen relativ hohen Anteil an VWL-Vorlesungen.

2. Welche Voraussetzungen muss/sollte man mitbringen, um „International Business Administration“ zu studieren? Fremdsprachenkenntnisse sind wahrscheinlich Pflicht, oder?

Ja, das ist richtig. Fremdsprachenkenntnisse, besonders in Englisch, sind auf jeden Fall von Vorteil, da wie gesagt schon im Grundstudium Vorlesungen auf Englisch gehalten werden. Zudem ist es ohne Vorkenntnisse in Fremdsprachen sehr schwierig, innerhalb der Regelstudienzeit von sieben Semestern das geforderte C1-Niveau in den Wirtschaftsfachsprachen zu erreichen. Wie in jedem BWL-Studiengang sollte man ein gewisses mathematisches Grundverständnis mitbringen, da BWL und vor allem VWL meist – mehr als viele denken – auf mathematischen Modellen basiert. Insbesondere an Statistik sind meine Kommilitonen und ich schon manchmal fast verzweifelt...

3. In deinem Studiengang ist ein Auslandssemester vorgesehen. Kannst du uns ein bisschen über deinen Aufenthalt in den USA erzählen? Was waren deine wichtigsten Erfahrungen an der University of North Carolina in Charlotte?

Am interessantesten war für mich, das Leben als amerikanischer Student auszuprobieren. Zunächst unterscheidet sich die Form der amerikanischen „Lecture“ erheblich von unseren Vorlesungen. Man lernt in kleineren Gruppen von 20–30 Leuten und trifft sich in der Regel zwei Mal pro Woche. Dazu kommt noch eine wöchentliche Übung. Sehr überrascht war ich, als direkt in der ersten Stunde der erste Test für die nächste Woche angekündigt wurde. In Amerika ist es üblich, mehrere Tests über das gesamte Semester zu schreiben sowie zwei größere Prüfungen: die „mid-term“ und die „finals“. Auch die Form der Prüfungen unterscheidet sich teilweise von unseren. So hatte ich in einem meiner Kurse „Computerexams“, die ich direkt von meinem Laptop zu Hause erledigen konnte. In anderen Veranstaltungen musste man per Knopfdruck auf Fragen des Profs antworten, wobei die Antworten am Ende jeder Stunde ausgewertet und beurteilt wurden. Vor allem aber sind die amerikanischen Studenten deutlich motivierter und lernen viel gewissenhafter als wir in Deutschland. Klar, bei Studiengebühren von ca. 5,000$ pro Semester überlegt man es sich schon ein bisschen genauer, ob man in die Vorlesung geht oder eben nicht. Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau der amerikanischen Unis, die wie kleine Dörfer sind. So gibt es on-campus alles – von Fitnessstudios, Supermärkten, sämtlichen gängigen Fastfoodrestaurants über ein Footballstadium bis hin zu einer großen Bibliothek. Dort gab es zu meiner Überraschung allerdings keine Lehrbücher, sondern eher Romane und Krimis.

4. Sicher sind Wirtschaftsstudenten mit internationaler Ausrichtung auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Wo können Absolventen deines Studienfaches später arbeiten?

Vor allem natürlich in sämtlichen Positionen in großen, international agierenden Konzernen. Aber auch in Institutionen wie EU und UNO oder in NGOs (non-governmental organisations) können Absolventen des Studiengangs arbeiten. Oder sie gehen in die Lehre und bleiben an der Uni.

5. Du studierst in der schwäbischen Universitätsstadt Tübingen. Was hat für dich dafür den Ausschlag gegeben? Wie ist das Studentenleben dort?

Ausschlaggebend war für mich der Studiengang. Reine BWL war mir zu trocken, ich wollte meine Fremdsprachenkenntnisse aus der Schule auch weiterhin ausbauen, denn ich reise gerne und interessiere mich für Menschen aus anderen Ländern. Aber auch die Stadt hat mir von Anfang an gut gefallen. Ich mag das familiäre Umfeld und genieße die kurzen Wege. Jedes Semester werde ich von meinen Schulfreunden besucht, die hauptsächlich wegen der guten Feiermöglichkeiten herkommen. Ich genieße das Studentenleben in Tübingen sehr.

Charlottes Buchtipp

International Business Valuation

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