Der Klügere liest rot.

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Das Studiertier Yinxuan ist 24 Jahre alt und studiert gemeinsam mit Laura Sastre an der Internationalen Hochschule SDI München.

Studiertier trifft Ilaria

Am 4. November 2019 hat das Interview mit der Italienerin Ilaria Marelli stattgefunden. Die Fragen stellte ihre Kommilitonin Shania. Ilaria ist jetzt Studentin im 3. Semester an der Internationalen Hochschule SDI in München. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in Deutschland erzählt sie uns die Highlights ihrer Erfahrung.

1. Wieso hast du dich dazu entschieden, in Deutschland zu studieren?.

Mein Traum war schon immer, in Deutschland zu leben. Deutschland finde ich ein offenes und entwickeltes Land, das viele Arbeits- und Lebensmöglichkeiten fördert. Als ich mich für eine Universität entscheiden musste, konnte ich nicht den richtigen Studiengang finden, weil jeder etwas hatte, was mir nicht gefallen hat. In Italien lernt man viel Theorie, die aber nie praktisch verwendet wird. In Deutschland ist es ganz anders, da man sofort umsetzt, was gelernt wird. Das hat mich wirklich motiviert und so habe ich die Entscheidung getroffen, nach Deutschland umzuziehen.

2. Welche Herausforderungen standen dir dadurch bevor?

Am Anfang musste ich viel mit der Einsamkeit kämpfen. Ich bin nach München gekommen, ohne einen einzigen Kontakt zu haben. Im ersten Monat war ich oft allein. Jeder hatte seine Arbeit, seine Familie und seine Freunde. Das war die größte Herausforderung. Danach habe ich immer mehr Leute kennengelernt und eine Arbeit gefunden. Schnell habe ich mich nicht mehr allein gefühlt. Ich musste mich auch daran gewöhnen, alles ohne die Hilfe meiner Eltern zu machen: kochen, Wäsche waschen, Strom, Wasser usw. zahlen. Das hat auch ein bisschen Zeit gebraucht.

3. War der Studiengang von Anfang an klar oder hast du das aus dem Affekt heraus entschieden?

Der Studiengang hätte nie klarer sein können. Als ich im Internet gelesen habe, welche Fächer hier angeboten werden, habe ich sofort verstanden, wo und was ich unbedingt studieren wollte. Die Kombination von Sprachen, Wirtschaft und Kommunikation ist die perfekte Verbindung meiner Interessen.

4. Wie hast du dich auf dein Leben in Deutschland vorbereitet?

Ich habe mich auf zwei unterschiedliche Weisen vorbereitet: geistig und sprachlich. Einerseits habe ich durch meine geistige Vorbereitung mir selbst monatelang gesagt, dass alles passieren kann. „Du wirst deine Familie und deine Freunde vermissen. Du wirst keine neuen Freundschaften schließen. Du wirst krank werden und niemand wird für dich da sein. Du wirst sofort zurück nach Hause fahren wollen.“ Ich habe an alle schlechte Sachen gedacht, aber das hat mir geholfen, weil jedes Mal, wenn mir etwas Schlechtes passiert ist, habe ich danach gedacht: „Das hatte ich erwartet(Vorschlag: „Darauf war ich vorbereitet.“)“. Das ganze negative Denken hat mich auf alles vorbereitet und in der Wirklichkeit habe ich wunderbare Momente erlebt. Andererseits hat mir das Buch Deutsch als Zweitsprache von utb. für die sprachliche Vorbereitung geholfen. Dieses Buch ist toll strukturiert. Es vermittelt grammatikalische Erklärungen, Übungen mit Lösungshinweisen und Fachkompetenzen. Mit dem Buch habe ich mich bereit gefühlt, in Deutschland zu studieren.

5. Was möchtest du mit dem Studiengang später machen?

Mein Studiengang Interkulturelle Wirtschaftskommunikation gibt den Studierenden eine riesige Auswahl an Arbeitsmöglichkeiten. Mit einem Bachelor in Sprachen, Kommunikation und Wirtschaft hat man sehr viele offene Türen. In diesem Moment bin ich an Marketing und Management sehr interessiert. Aus diesem Grund möchte ich zuerst einen Master machen und danach eine Arbeit bei einer internationalen Firma finden.

6. Welche Tipps würdest du weitergeben, wenn jemand sich dazu entscheidet, in Deutschland zu studieren?

Persönlich finde ich, dass in dem Fall, dass sich ein Ausländer entscheidet in Deutschland zu studieren, sie nicht viele Tipps brauchen, weil sie schon eine schwierige aber gleichzeitig wichtige Entscheidung getroffen haben. Mein Hinweis wäre auf jeden Fall, weiter zu gehen und natürlich keine Angst vor Herausforderungen zu haben. Jeder hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen und wer allein im Ausland Hindernisse überwinden kann, wird sich danach umso mehr freuen.

7. Was fällt dir auf, welchen Eigenheiten Deutschland zeigt, die es in Italien nicht gibt?

Umweltfreundlichkeit. Das habe ich sofort bemerkt, als ich hier hergekommen bin. In Italien war das nie so ein großes Thema und erst nach der weltweiten Bewegung rund um Greta Thunberg hat Italien angefangen, auf die Umwelt aufzupassen. Früher war es für mich ganz normal, jeden Tag eine Plastiktasche zu benutzen und am Ende des Tages wegzuschmeißen. Heute finde ich es unakzeptabel, dass beispielweise viel Gemüse in Plastikfolien verkauft wird.


Ilarias Buchtipp

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