Der Klügere liest rot.

Julian

Interviews mit Studenten: Studiertier fragt

Unser Studiertier Megi ist 24 Jahre alt und studiert Germanistik an der Universität Mannheim. Bei utb absolviert Megi ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Megi stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Megi hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Julian

Julian ist 24 und studiert "Design Interaktiver Medien" an der Hochschule Furtwangen. Studiertier hat ihn sich geschnappt und gefragt...

1. Wie würdest du deinen Studiengang in einem Satz beschreiben?

Was mit Medien. ...Okay, das wäre zu einfach. Es geht bei uns um interaktive Medien wie zum Beispiel Computerspiele oder das Internet, deren Wirkung auf den Rezipienten und Möglichkeiten zur effizienten Gestaltung, um diese Wirkungen zu nutzen und zu verstärken.

2. Wieso hat es dich gerade nach Furtwangen verschlagen?

Ich habe ja auch schon meinen Bachelor in Furtwangen absolviert. Ganz ehrlich? Davor hätte ich gesagt: „Weil mich die HdM Stuttgart nicht angenommen hat.". Jetzt, 5 Jahre später, bin ich sehr froh, dass es so kam. Das kleine, vermeintlich verschlafene, trostlose, abgeschottete und winterdepressionsfördernde Städchen mit angeblich hoher Selbstmordrate wird unterschätzt.

Hier im Schwarzwald kann man sich vor Natur und den damit verbundenen Freizeitbeschäftigungen quasi überhaupt nicht retten und an Kultur wird einem hier auch geboten, sofern man sich dafür interessiert (Uhren, Schinken und so Zeugs...). Partys laufen hier, meist von Studenten organisiert, auch ständig. Ebenfalls macht Furtwangen für mich die familiäre Stimmung innerhalb der Hochschule aus. So kennen sich Professoren und Studenten trotz der steigenden Studentenanzahl im Ort sehr gut und halten regen Austausch.

Zusammenfassend muss ich den klassischen Furtwangen-Slogan, der einem schon beim ersten Tag als Student begegnet und den keiner so richtig mehr hören kann, noch bringen, denn der triffts einfach sehr genau: "Furtwangen ist, was du draus machst!"

3. Was reizt dich an den (interaktiven) Medien am meisten?

Interaktive Medien bringen meiner Meinung nach sehr viel mehr Spannung mit als klassische Medien. Als Nutzer interaktiver Medien kann ich selbst in das Medienangebot eingreifen und es zu meinen Vorstellungen verändern. Als Gestalter solcher Medien lässt es sich dadurch nicht mehr so "einfach" machen, da nicht jeder Nutzer das Angebot gleich nutzt. Zum Beispiel muss man sich jegliche erdenkliche Situation der Nutzung von Inhalten durch den Kopf gehen lassen, um eventuelle Fehler, nervende Abläufe usw. zu erkennen. Wie interaktiv ein Medienangebot ist, ist natürlich unterschiedlich. Mich interessieren wegen ihrer hohen Interaktivität vor allem Computerspiele, beruflich und privat.

Mir macht aber auch die Forschung in dem Bereich Spaß. Vor allem weil die Medienlandschaft immer mit so eintönigen Headlines wie "Killerspiele!", "Ballerspiele!" oder "Vom Killerspieler zum Amokläufer!!!" um sich wirft, ist mein Interesse gerade in dieser Richtung sehr groß. Als ob Games nur (wenn überhaupt) schlecht wären. Seit einem Jahr arbeiten wir beispielsweise an einem Konzept für ein Computerspiel für jugendliche Diabetiker, das ihnen vor allem helfen soll, ihre Krankheit zu akzeptieren und in ihren Alltag zunehmend zu integrieren. Die kippen oftmals nämlich einfach um, weil sie die Krankheit verdrängen. Der Spielspaß steht hier allerdings auf derselben Ebene wie der pädagogische Ansatz. Das ganze fällt dann unter die Kategorie "Serious Game".

Wir wissen noch nicht wirklich, ob unser Konzept funktioniert, aber das ist ja genau das Spannende. Von wegen "Killerspiele!".

4. Muss man ein richtiger Zocker sein, um Spaß am Studium zu haben?

Absolut nicht. Interaktive Medien sind ja nicht nur Games. Ebenfalls Thema ist das große weite "Neuland" Internet mit seinen vielfältigen Angeboten und auch das relativ neue Format der interaktiven Filme und Videos. Sonst gibt es auch Möglichkeiten, sich mit der Fotografie und auch Ton und Musik im interaktiven Kontext auseinanderzusetzen.

Tatsächlich zocken bei mir im Semester nur wenige. Daran sieht man eben, dass die Interessen ziemlich weit auseinander gehen. Das kommt wiederum durch die unterschiedlichen Erfahrungen der Leute in Gruppen- und Projektarbeiten positiv zur Geltung, wodurch eben schöne Projekte zu Stande kommen.

5. Wo siehst du dich nach deinem Abschluss?

Hoffentlich bei einem Entwicklerstudio für Computerspiele. Da wird es mich zwangsweise aus der Provinz herausziehen müssen, was mir aber auf Dauer entgegenkommt. Weiterbeschäftigen möchte ich mich vor allem mit Character Design, Concept Art und Narration. Game Design ist ein sehr breites, spannendes Feld, da fällt es mir noch schwer, mich definitiv festzulegen. Und das ganze macht auch noch Spaß.